vita-regulativ-weiterbildung-2019

1. Ausgangspunkt

PädagogInnen in Schule, Kita & Hort sind in Ihrem Berufsalltag immer wieder mit Kindern und Jugendlichen konfrontiert, die im Vergleich zu den anderen durch besondere Verhaltensweisen auffallen: Sie stören massiv das Gruppenleben oder den Ablaufplan des Pädagogen, gehen auf Konfrontationskurs mit den Erwachsenen oder gefährden durch Wutausbrüche andere Kinder! Hinzu kommt, dass die meisten der momentan in sozialpädagogischen Einrichtungen eingesetzten Erziehungs-Methoden den veränderten Verhaltensweisen der Kinder und Jugendlichen von heute immer weniger gerecht werden können! So erscheint es beispielsweise im digitalen Zeitalter kaum zeitgemäß und wenig Erfolg versprechend, Kinder, die sich den schulischen Tages- und Wochenrhythmen nicht mehr anpassen können, anhand eines – oft unverständlichen – Punktesystems mit Smileys bzw. „Antismileys“ zu erziehen. Die Folgen dieses methodischen Dilemmas für die Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen sind dabei sehr unterschiedlich, sie können etwa zu akuter Selbstüberschätzung, chronischer „Vereinzelung“ und sogar zu Zuständen des Stillstandes in der Entwicklung sowie zu frühkindlichen Depressionszuständen führen. Aus diesem Grund beabsichtigt diese modulare Weiterbildung, den teilnehmenden Kolleginnen wirkungsvolle Methoden zur zielgerichteten Entwicklungsförderung von Kindern und Jugendlichen zu vermitteln und gemeinsam zu trainieren.

2. Ziel, Methode und Inhalt

2.1 Ziel
Die TeilnehmerInnen der Weiterbildung sollen die Fähigkeit erlangen, die Ursachen/Motive aktueller, auch bislang ungeklärter Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen zu verstehen. Die darin enthaltenen konkreten Ausdrucksformen des Einzelnen sollen sie nach den Methoden der „Bildkommunikation“ einordnen, bewerten und gemäß ihrer Betreuungs-Praxis professionell regulieren lernen.

2.2 Methode
Die Weiterbildung wird durchgeführt auf der Basis der Theorie und Methode des „Ganzheitlichen Ansatzes der Bildkommunikation“, der in den 1980er und 1990er Jahren von Prof. Dr. Bernd B. Schmidt begründet wurde. Eine Besonderheit dieser Methode liegt in ihrer ununterbrochenen Weiterentwicklung durch die Integration neuester internationaler Forschungsergebnisse aus unterschiedlichen Wissenschaftsgebieten, wie der Neurobiologie, der Psychologie sowie den Kommunikations- und Medienwissenschaften. Die konkret angewandten Methoden der Weiterbildung sind Training, Gruppenarbeit, Selbsterfahrung, „Team-Teaching“, Coaching und Supervision. Hierbei werden unter anderem Einzelfallbeispiele vorgestellt und erfolgreiche Handlungsstrategien praktisch erprobt und geübt. Einen Schwerpunkt bildet dabei das Angebot für die TeilnehmerInnen, ihre eigene pädagogische Arbeit zu reflektieren und im Kurs gemeinsam konkrete, alltagsnahe Handlungs-Werkzeuge spielerisch zu entwickeln und zu trainieren. Die TeilnehmerInnen haben die Möglichkeit, auch parallel zur Weiterbildung aktuelle Fragen aus ihrer Betreuungsarbeit mit dem Weiterbildungs-Team zu besprechen. Die Durchführung der Weiterbildung erfolgt durch ein Dozenten-Team.

2.3 Inhalt
Im ersten Modul geht es um die Bedeutung der sinnesganzheitlichen Wahrnehmung (Hören, Riechen, Sehen, Tasten und Schmecken) für die Verhaltensentwicklung sowie die Verhaltenswandlung von Kindern und Jugendlichen. Modul 2 thematisiert die Bedeutung der sinnesganzheitlichen Wahrnehmung für das konkrete nonverbale Ausdrucks-Verhalten sowie den Einfluss nonverbaler Ausdrucksformen auf die Wahrnehmungs-Verarbeitung des Einzelnen. Das dritte Modul beschäftigt sich mit dem Thema der professionellen Verhaltens-Analyse und Verhaltens-Regulation, um Verhaltensentwicklungs- bzw. Verhaltenswandlungsprozesse von Kindern und Jugendlichen gezielt zu fördern!


3. Zeitplan

Die Weiterbildung dauert 1 Jahr. Sie umfasst insgesamt 19 Kurstermine und wird in 3 Modulen durchgeführt:

– Modul 1: 7 Termine
– Modul 2: 7 Termine
– Modul 3: 5 Termine

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